95 € pro Nutzer und Monat. So viel liegt seit dem 3. September 2026 zwischen der Salesforce Pro Suite und Core, der Edition, die für Neukunden an die Stelle von Enterprise getreten ist. Bei 20 Nutzern sind das 22.800 € im Jahr.
Ob sich das lohnt, entscheidet selten das Budget. Es entscheidet, wie viel Salesforce bei Ihnen automatisieren, freigeben und anbinden soll. Dieser Vergleich zeigt die Unterschiede, die im Alltag zählen, und wann der Aufpreis gut investiert ist.
Aus Professional und Enterprise wurden Pro Suite und Core
Salesforce verkauft die Sales Cloud seit September 2026 in sechs Stufen: Kostenlose Suite, Starter Suite, Pro Suite, Core, Advanced und Max. Die Pro Suite ist die Nachfolgerin der früheren Professional Edition und kostet 100 € pro Nutzer und Monat. Core übernimmt die Rolle von Enterprise und kostet 195 €. Enterprise und Unlimited stehen nicht mehr auf der Preisseite.
Alle Editionen, Preise und Vertragsregeln finden Sie im Überblick Salesforce Lizenzen & Preise 2026.
Pro Suite vs. Core: die Unterschiede laut Preisseite
Die Vergleichstabelle von Salesforce ist lang. Für die Wahl zwischen den beiden Editionen zählen diese Zeilen:
| Zeile auf der Preisseite | Pro Suite | Core |
|---|---|---|
| Preis pro Nutzer und Monat | 100 € | 195 € |
| Flow Builder | 5 Flows pro Org | enthalten |
| Genehmigungsprozesse | nicht enthalten | enthalten |
| Webservices-API | 25 € pro Nutzer und Monat zusätzlich | enthalten |
| Sandboxes | Developer Sandbox | Developer Sandbox plus 1 Partial Copy Sandbox, Full Sandbox zukaufbar |
| Vertriebsregionen, Opportunity-Splits, Vertriebsteams | nicht enthalten | enthalten |
| Erweitertes Prognose- und Pipeline-Management | nicht enthalten | enthalten |
| Agentforce for Sales | nicht verfügbar | zukaufbar |
| Flex Credits | keine | 500.000 pro Org und Jahr |
| Datenspeicher | 10 GB pro Org | 10 GB pro Org plus 20 MB pro Nutzer |
Quelle: Salesforce-Preisseite Sales Cloud, Stand September 2026, netto, jährliche Abrechnung. Anpassbare Profile, Seitenlayouts, Rollen, Datensatztypen, AppExchange und eine Developer Sandbox haben beide Editionen.
Seit September 2026 entscheidet nicht mehr die API über die Edition, sondern Ihr Automatisierungsbedarf.
Die API ist kein K.-o.-Kriterium mehr
Früher galt die Faustregel: Sobald ein ERP, ein BI-Tool oder ein Marketingsystem mit Salesforce sprechen soll, führt kein Weg an Enterprise vorbei. Diese Regel stimmt so nicht mehr. Die Pro Suite bekommt die Webservices-API als Zusatz für 25 € pro Nutzer und Monat. Mit API kostet sie 125 €, immer noch 70 € weniger als Core.
Die API allein rechtfertigt Core also nicht. Eine ernsthafte Integration bringt aber fast immer zwei Dinge mit: Automatisierungen, die auf die übertragenen Daten reagieren, und den Wunsch, Änderungen vor dem Livegang mit echten Daten zu testen. Genau dort liegen die Grenzen der Pro Suite.
Fünf Grenzen der Pro Suite
1. Fünf Flows pro Org
Die Pro Suite erlaubt laut Preisseite 5 Flows pro Org, Core hat dieses Limit nicht. Fünf Flows klingen nach genug, bis Sie zählen: eine Lead-Zuweisung, eine Benachrichtigung bei gewonnenen Opportunities, eine Regel zur Datenpflege pro wichtigem Objekt. Wer Salesforce ernsthaft automatisieren will, braucht Core. Wie Sie Flows sauber aufbauen, zeigen die Salesforce Flow Best Practices.
2. Keine Genehmigungsprozesse
Rabattfreigaben, Angebotsprüfungen, Sonderkonditionen: Sobald ein Vorgang eine formale Freigabe braucht, fehlt der Pro Suite das Werkzeug. Genehmigungsprozesse gibt es erst ab Core. In der Pro Suite landen Freigaben wieder in E-Mails und Excel, also genau dort, wo Salesforce sie herausholen sollte.
3. Testen ohne echte Daten
Beide Editionen enthalten eine Developer Sandbox. Sie trägt Ihre Konfiguration, aber keine Datensätze. Core bringt zusätzlich eine Partial Copy Sandbox mit Stichproben aus der Produktion mit (auf der Preisseite: Sandbox mit beschränktem Funktionsumfang), eine Full Sandbox lässt sich dazukaufen. In der Pro Suite gibt es beides nicht. Änderungen an Flows oder Integrationen testen Sie dort gegen leere Objekte, und der erste echte Test findet in der Produktion statt. Wie Sie Sandboxes aktuell halten, steht in Salesforce Sandbox aktualisieren.
4. Vertriebsstruktur und Prognosen
Vertriebsregionen (Territory Management), Opportunity-Splits, Vertriebsteams und das erweiterte Prognose- und Pipeline-Management enthält laut Preisseite erst Core. Solange ein kleines Team gemeinsam verkauft, fehlt davon nichts. Sobald Sie nach Gebieten steuern, Provisionen auf mehrere Verkäufer aufteilen oder Forecasts pro Region brauchen, schon.
5. Agentforce erst ab Core
Agentforce for Sales ist in der Pro Suite laut Preisseite nicht verfügbar, in Core lässt es sich hinzukaufen. Core enthält außerdem 500.000 Flex Credits pro Org und Jahr. Bei 20 Credits pro Agentenaktion sind das rechnerisch 25.000 Aktionen im Jahr. Wer KI-Agenten im Vertrieb auch nur plant, sollte nicht mit der Pro Suite beginnen.
Wann die Pro Suite reicht
Die Pro Suite ist kein schlechtes Produkt. Sie reicht, wenn
- Ihr Vertriebsprozess einfach ist und mit wenigen Automatisierungen auskommt,
- keine formalen Freigaben nötig sind, etwa für Rabatte,
- höchstens eine Integration geplant ist, für die der API-Zusatz genügt,
- Sie nicht nach Gebieten steuern und keine Provisionen aufteilen,
- KI-Agenten im Vertrieb in den nächsten 18 Monaten kein Thema sind.
Ein Beispiel: Ein Dienstleister mit acht Vertriebsmitarbeitern verwaltet Kontakte, Opportunities und E-Mail-Aktivitäten, synchronisiert Outlook und braucht zwei oder drei Automatisierungen. Dafür ist Core überdimensioniert.
Die Rechnung: 95 € gegen einen späteren Wechsel
Bei 20 Nutzern kostet Core zum Listenpreis 22.800 € im Jahr mehr als die Pro Suite, mit API-Zusatz in der Pro Suite noch 16.800 €. Das ist viel Geld für Funktionen, die Sie nicht nutzen. Es ist wenig Geld, wenn Sie diese Funktionen nach einem Jahr doch brauchen.
Denn ein späterer Wechsel kostet doppelt: die Differenz ab dem Wechsel und den Projektaufwand, um Automatisierungen, Berechtigungen und Tests auf die neue Edition nachzuziehen. Wenn Sie heute absehen können, dass eine der fünf Grenzen in den nächsten 18 Monaten greift, starten Sie direkt mit Core.
Enterprise-Bestandskunden: bleiben oder wechseln?
Wer heute Enterprise hat, zahlt weiterhin den alten Preis. Core kostet zum Listenpreis 30 € mehr und enthält unter anderem 500.000 Flex Credits für Agentforce. Rechnen Sie nach, ob Sie diese Bausteine tatsächlich einsetzen wollen. Wenn nicht, spricht wenig gegen Enterprise zum bisherigen Preis.
Vorsicht bei der Gegenrichtung: Wer beim Renewal Lizenzen reduziert oder die Laufzeit verkürzt, riskiert laut Rahmenvertrag eine Neuberechnung der Preise. Ein günstiger Enterprise-Altpreis kann dabei verloren gehen. Worauf Sie vor dem Renewal achten, steht in meinem Artikel zum Salesforce-Lizenzaudit.
Keine Entscheidung ohne Systemlandkarte
Pro Suite oder Core ist keine Budgetentscheidung, sondern eine technische. Treffen Sie sie mit einer Systemlandkarte: Was ist heute im Stack, welche Automatisierungen und Freigaben brauchen Sie, was kommt in den nächsten 18 Monaten dazu?
Wer diese Fragen nicht beantwortet, zahlt entweder jahrelang für ungenutzte Funktionen oder später für einen Wechsel.
Häufige Fragen
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Pro Suite und Core?
Die Automatisierung. Die Pro Suite erlaubt 5 Flows pro Org und keine Genehmigungsprozesse, Core hat beides ohne diese Grenze. Dazu kommen die Partial Copy Sandbox, die enthaltene API und Agentforce, das es erst ab Core gibt.
Kann ich mit der Pro Suite eine API-Integration umsetzen?
Ja. Laut Preisseite gibt es die Webservices-API für die Pro Suite als Zusatz für 25 € pro Nutzer und Monat. In Core ist sie enthalten.
Gibt es die Enterprise Edition noch?
Nicht mehr für Neukunden. Seit dem 3. September 2026 stehen Enterprise und Unlimited nicht mehr auf der Preisseite, Core übernimmt die Rolle von Enterprise. Bestandskunden behalten laut Salesforce ihre bisherigen Preise.
Kann ich Agentforce mit der Pro Suite nutzen?
Laut Preisseite nicht. Agentforce for Sales lässt sich ab Core hinzukaufen, und Core enthält 500.000 Flex Credits pro Org und Jahr.
Was kostet der Unterschied bei 20 Nutzern?
Zum Listenpreis 22.800 € im Jahr. Wenn Sie in der Pro Suite die API dazubuchen, sind es noch 16.800 €. Verhandlungsspielraum gibt es bei beiden Editionen.
Wenn Sie vor dieser Entscheidung stehen, helfe ich Ihnen mit einer klaren Empfehlung. Ich schaue mir Ihre Systemlandschaft und Ihre Prozesse an, zähle die Automatisierungen und Freigaben, die Sie brauchen, und sage Ihnen, welche Edition passt und was das in Euro bedeutet.